Hier finden Sie ein Teil der E-Mails, die ich als Unterstützung zum Bürgerentscheid bekommen habe.
Vor der Entscheidung mich offensiv für eine Veränderung der Pläne des geplanten Sackbahnhofs einzusetzen, habe ich im Fehmarnschen Tageblatt aufgefordert mir E-Mails zu schreiben, ob mich die Fehmaraner (und andere Betroffene) in meinem Vorhaben unterstützen.
In den folgenden Tagen gab es trotz des Jahreswechsels enorme Resonanz, für die ich mich an dieser Stelle nochmals ausdrücklich bedanken möchte. Ich hatte mir die Grenze gesetzt, mich nur für eine Änderung der Bahnhofspläne einzusetzen, wenn ich mindestens zwanzig positive Reaktionen bekomme. Telefonanrufe nicht mitgerechnet, waren es gerne fünf Mal so viele! Einige davon möchte ich hier veröffentlichen:
Lieber Herr Specht,
Als Sohn eines Lokführers, der auch viele Jahre Züge von und nach Fehmarn gefahren hat, bin ich natürlich auch sehr daran interessiert, dass Fehmarn einen Bahnhof erhält, der es den
Inselbewohnern und ihren Gästen ermöglicht, möglichst ohne viel Umsteigen und zügig auf die Insel oder nach Europa (diesmal im wörtlichen Sinne) zu kommen.
Das, was Sie im Fehmarnschen Tageblatt am 29. 12. 08 äußerten, war mein erster Gedanke, als ich davon las, dass wir wieder einen Bahnhof in Burg bekommen sollten: Der Bahnhof muss an die Hauptstrecke, wenn wir nicht nur durch Regionalzüge erreichbar sein wollen. Ein Fernzug wird nie und nimmer einen
Sackbahnhof anfahren. Ein Chance für einen Fernzughalt hat Fehmarn nur mit einem Haltepunkt an der Hauptstrecke.
Ich kann mir sogar vorstellen, dass ein Bahnhof an der Hauptstrecke kostengünstiger einzurichten ist, als ein Bahnhof, den die Züge nur, wie sie Schreiben, "unter staufördernder Querung einer
Umgehungsstraße" erreichen.
In der Hoffnung, dass möglichst viele Fehmaraner das Problem auch so sehen, grüße ich Sie freundlich und wünsche Ihnen einen guten Start ins neue Jahr!
Sehr geehrter Herr Specht,
ich kann mich Ihrem Leserbrief nur voll und ganz anschließen. Wahrscheinlich hat keiner der Verantwortlichen darüber nachgedacht, was es heißt gerade den letzten Teil einer Reise (min. 1,5 Std von
Lübeck) in Nahverkehrstriebzügen zurückzulegen (Anreise Urlauber/Heimreise Einheimische). Gerade wenn später die Elektrifizierung kommt, würde es mit Fernverkehrszügen noch einmal ein Komfortanstieg/
Zeitersparnis geben.
Wozu muß der Bahnhof unbedingt in Burg sein? Prestige? Die meisten Reisenden würden sowieso nicht mit Reisegepäck zu Fuß zum Bahnhof gehen, außerdem würde dann wahrscheinlich sogar der Ticketautomat
nur noch Nahverkehrsfahrkarten ausgeben (Siehe Großenbrode).
Ja, ich würde mich freuen wenn Sie einen Bürgerentscheid erwirken könnten.
Einen guten Rutsch ins neue Jahr
wünscht Ihnen
Lieber Hartmut,
gerne übersende ich dir unseren Protest gegen den Sackbahnhof in Burg. Bitte registriere zwei Stimmen gegen den Bau des Bahnhofs von meiner Frau und mir. Auf einen Halt für internationale Züge sollte
Fehmarn auf keinen Fall freiwillig verzichten (auch im Forderungskatalog enthalten). Auch ein Bahnhof in Burg ist von den meisten Reisenden -zumal mit Gepäck- nicht zu Fuß zu erreichen. Wie jetzt in
Puttgarden würde dies auch künftig mit dem PKW oder per Bus geschehen.
Sofern sich der Bau eines Sackbahnhofs in Burg gar nicht verhindern lässt, sollte mit diesem Projekt zumindest so lange gewartet werden, bis die Lage der neuen Eisenbahntrasse 100%ig festliegt. Oldenburg z.B. hat die Gefahr erkannt und und plant einen Bahnhof in Göhl.
Sollte das Projekt "Sackbahnhof" realisiert werden, müssten mit dem Zug anreisende Touristen auf ihrer Fahrt noch zweimal umsteigen und per "Bimmelbahn" nach Fehmarn fahren. Es ist absehbar, dass dies negative Auswirkungen auf den Tourismus haben wird.
Ich wünsche dir viel Erfolg für dein Engagement.
Viele Grüße und alles Gute für das neue Jahr
Lieber Herr Specht,
die feste Beltquerung kommt, ob man dies nun begrüßt oder nicht. Diesen veränderten Rahmenbedingungen muss auch die Planung der Stadt Fehmarn an den öffentlichen Nah- und Fernverkehr gerecht
werden!
Ich bin ebenfalls der Meinung, dass ein Sackbahnhof auf Fehmarn langfristig zur Abkopplung vom Bahn-Fernverkehr führt. Kein Schnellzug wird in diesen Sackbahnhof einfahren. Einen zweiten Bahnhof wird
es auf Fehmarn langfristig nicht geben.
Es wird das Gegenteil von der politisch zur Zeit propagierten Entwicklung eintreten: Der Haltepunkt in der Stadt wird keine Nachfrage schaffen, sondern mit Regionalbahn- (besser: Bummelzug-)
Verbindungen nach Lübeck die Ablehnung des Zugverkehrs eher vergrößern ! Die Auto-Anbindung wird sich im Rahmen des Ausbaus der Autobahn dagegen erheblich verbessern -> wenn ich in 50 Minuten mit
dem Auto in Lübeck sein kann, warum sollte ich die Regionalbahn nutzen, die inkl. Anfahrt/Parken fast 1 h länger benötigt ?
Nun muss Weitsicht bewiesen werden: Ein Haltepunkt direkt an der Hauptstrecke mit Fernverkehrshalt, davor ein kleiner Park+ride-Parkplatz. Am besten Nahe Amalienhof, d.h. zentral und von ganz Fehmarn
gut zu erreichen. Kein Sackbahnhof mit ebenerdigem Bahnübergang --> unfallträchtig und teuer in der Unterhaltung für 150 Meter Streckengewinn ??? Die Zuschüsse, die jetzt vereinnahmt werden,
schaffen keinen grossen Zusatznutzen und bürden nachfolgenden Generationen u.U. hohe Wartungs- und Unterhaltslasten auf !
Beste Grüsse
Sehr geehrter Herr Specht,
ich möchte Sie ebenfalls bestärken und unterstützen in Ihrem Bemühen, einen Haltepunkt für Fernzüge in Burg zu schaffen. Falls auch hierfür kein Bürgerbegehren möglich ist, möge sich die
Stadtvertretung nochmals mit dem Thema befassen. Ich kann den Mehrheitsbeschluss nicht nachvollziehen.
Der innenstadtnahe Bahnhof ist eine strategische Fehlplanung, wenn er nur durch Regionalzüge angefahren wird. Fehmarn benötigt unbedingt den nördlichsten Fernzug(ICE)-Haltepunkt. Wenn der Bahnhof in
Puttgarden entfällt, bietet sich Burg als Alternative an. Der Durchgangsverkehr nach Dänemark, unerheblich ob über Fähren oder eine feste Beltquerung, läuft auch künftig über die heutige Bahntrasse
Lübeck/Puttgarden. Was liegt also näher, dort in Höhe Burg einen neuen Bahnhof zu bauen?
Die Argumente für einen innenstadtnahen Bahnhof sind bei näherer Betrachtung nicht stichhaltig. Die wenigsten Fahrgäste haben als Ausgangspunkt oder Ziel ihrer Reise die fussläufig oder per Fahrrad
erreichbare Umgebung des geplanten Standortes. Die überwiegende Mehrzahl der Fahrgäste erreicht einen Bahnhof per ÖPNV/Bus, Taxi oder PKW. Deshalb ist ein Standort an der heutigen Fernzugtrasse
unkritisch. Ich kenne keine Untersuchung, die das Gegenteil belegt. Ein P+R-Platz ist so oder so notwendig.
Der innenstadtnahe Standort ist demgegenüber abzulehnen, weil
- er nur durch Regionalzüge angefahren wird (das können auch Busse leisten),
- die Zugverbindungen nicht attraktiv sind,
- zusätzliche Verkehrsbelastungen für die Anwohner auftreten und die Geräuschemissionen im
Stadtbereich steigen,
- die Querung der Umgehungsstrasse eine Gefahrenquelle darstellt und den Verkehrsfluss behindert.