Hartmut Specht will für die Freien Wähler in den Landtag
Ein Fehmaraner will in die Landespolitik. Landkirchens Ex-Bürgermeister Hartmut Specht tritt bei der Landtagswahl im September als Direktkandidat im Wahlkreis 20 für die Freien Wähler an.
Kandidiert bei der Landtagswahl am 27. September im Wahlkreis Oldenburg. Foto:GJS
VON GERD-J. SCHWENNSEN
BISDORF A. F. - Es ist bereits sein zweiter Anlauf in Richtung Kiel. Als Sozialdemokrat wollte er einst das SPD-Urgestein Gerhard Poppendiecker beerben. Doch Hartmut Specht (64) verlor parteiintern gegen Burkhard Klinke -der den Sprung nach Kiel aber auch nicht schaffte. Längst hat der Fehmaraner der SPD den Rücken gekehrt und sitzt inzwischen für die Freien Wähler im Eutiner Kreistag. Am Sonntag wurde auf dem Landesparteitag in Kiel-Molfsee Spechts Landtags-Kandidatur bestätigt. Allerdings müsste er den Wahlkreis 20 direkt gewinnen, denn über die Landesliste abgesichert ist der pensionierte Oberstudienrat nicht.
Seine Ambitionen, in Kiel mitzumischen, wertet er selbst als „Rettungswahlkampf für Schleswig-Holstein". Die gegenwärtige „Schuldenorgie" könne man den Bürgern nicht
mehr zumuten: Doch kein verantwortlicher Politiker entschuldige sich dafür. Klare Worte gibt es vom Ex-Landbürgermeister Landkirchens zur Bildungspolitik „Die Regionalschule muss ersatzlos gestrichen
werden!" Specht plädiert für ein Zwei-Säulen-Modell - sprich dem Nebeneinander von Gemeinschaftsschule als Regelschule ohne Mindestschülerzahlen sowie dem G8-Gymnasium. Erneut drängt er auf eine
sofortige Anerkennung des Gemeinschaftsschul-Standortes Heiligenhafen - ohne Rücksicht auf die Schülerzahlen. Und in Oldenburg könnte möglicherweise ein Berufsschul- und Oberstufenzentrum mit Fehmarn
als Außenstelle entstehen. Auch sollten möglichst alle Grundschul-Standorte nach dem Prinzip „Lehrer fahren, nicht die Schüler" erhalten bleiben.
Deutlich lehnt Specht eine Subventionspolitik ohne Zukunftskonzepte ab. „1,5 Millionen Euro für den Weißenhäuser Strand, aber in Oldenburg haben die Schüler keinen Schwimmuntericht - das ist eine
Fehlentwicklung", erbost sich der Fehmaraner.
Ohnehin plädiert er für einen „Investitions- und Subventions-Check", bevor hohe Fördergelder fließen. Der Neubau der Burger Zweifeldhalle fernab der Inselschule gilt
für Specht als ein Negativbeispiel.
Stark auf die Bremse tritt er bei der Beltquerungs-Euphorie. Der nächste Ministerpräsident habe zuerst die zwei bis sechs Milliarden teure Hinterlandanbindung zu sichern. Aus Umweltründen kommt für
ihn nur ein Tunnel in Frage. Eigentlich hält Specht die Beltquerung für überflüssig: „Sie ist ein Teufelskreis und kostet nur Arbeitsplätze."
Erschienen am 04.08.09 in LN