„Ich will den Wahlkreis direkt gewinnen”

Freier Wähler Hartmut Specht kandidiert für die Landtagswahl —Nicht abgesichert über die Liste

BISDORF (nic) • Der Fehmaraner Hartmut Specht kandidiert für die Landtagswahl. Der 64-jährige Bisdorfer geht für die Freien Wähler ins Rennen. Die Partei Freie Wähler Schleswig-Holstein will am 27. September in den Kieler Landtag einziehen. Specht, der für den Wahlkreis 20 (von Fehmarn bis Schönwalde) antritt, ist auf der Landesliste, die am Wochenende in Molfsee bei Kiel aufgestellt wurde, nicht abgesichert.
Specht muss den Wahlkreis direkt gewinnen. Keine leichte Aufgabe bei Kandidaten wie Klaus Klinckhamer (CDU) und Lars Winter (SPD), die sich als Direktkandidaten für den Wahlkreis 20 zur Verfügung stellen. „Ich hab' vielleicht eine fünfprozentige Chance", räumte Hartmut Specht gestern ein, der vielleicht insgeheim mit einem Abschneiden im vorderen Listenplatzbereich geliebäugelt hatte.
Hartmut Specht, 2. Vorsitzender der Partei Freie Wähler Schleswig-Holstein, sei vom Vorstand in interner Liste auf Platz 5 vorgesehen gewesen. Doch am Landesparteitag in Molfsee, da kam laut Specht diese Vorschlagsliste des Vorstandes überhaupt nicht zum Zuge -„weil es viele ambitionierte Bewerber um die Listenplätze gegeben hat", so Specht auf Nachfrage des FT. Bei der Wahl um Listenplatz 5 habe es, laut Specht, dann vier weitere Bewerber gegeben. Er schaffte es nicht, in die Stichwahl der beiden Besten um den Listenplatz 5 zu kommen. Wievielter er von den fünf wurde, das habe er gar nicht registriert, so Specht. Und um weitere Listenplätze habe er sich dann nicht mehr beworben. „Ich will den Wahlkreis direkt gewinnen", so sein ambitioniertes Vorhaben.
Parteivorsitzender und Spitzenkandidat Malte Tech rechnet mit mindestens 20 Überhangsmandaten. „Das würde bedeuten, dass auch Listenplatz 10 noch greift. Mindestens", sagte er gestern gegenüber dem FT. Selbst wenn die Freien Wähler nur fünf Prozent erreichen sollten, wäre der fünfte Listenplatz auch noch drin", so Tech. Der Parteichef nannte als Wahlziel ein zweistelliges Ergebnis.


Rettungswahlkampf
Specht sieht den Wahlkampf als keinen normalen Wahlkampf, sondern als „Rettungswahlkampf" an. „Das Land ist pleite. Wenn wir uns jetzt nicht finden, ist Schleswig-Holstein als Bundesland verloren", seien die „Schuldenorgien der letzten Jahre" nicht mehr länger zumutbar.
Das praktische Ergebnis der Bildungspolitik sei eine absolute Katastrophe. Specht will für Heiligenhafen die Gemeinschaftsschule, fordert für Fehmarn eine optimierte Nutzung der Liegenschaften und eine Kooperation mit Heiligenhafen und kann sich für Oldenburg ein Berufsschul- und Oberstufenzentrum mit Außenstelle Fehmarn vorstellen. Specht will sich für den Erhalt der Grundschulstandorte in Schleswig-Holstein aussprechen.
Die Beltquerung befürworten und dann die Hinterlandanbindung fordern, wie es die FDP mache, davon hält Hartmut Specht ganz und gar nichts. Beides stecke im kausalen Zusammenhang. Eine Beltquerung komme für ihn nur infrage, wenn die Planung für die Hinterlandanbindung stehe und akzeptiert werde, so Specht. Bau'n wir mal, und schau`n dann mal, so gehe es nicht - da müsse auch die Landespolitik umschwenken. „Peter Harry Carstensen muss runter von seinem hohen Ross und die Realitäten erkennen", so Hartmut Specht. Erst müsse die Hinterlandanbindung stehen, erst dann könne die Querung gebaut werden - und das gehe nur als Tunnel. Ein Teufelskreis, beschreibt Hartmut Specht den Wegfall der Arbeitsplätze auf den Fährschiffen und bei den Werften.
„Das muss alles neu auf den Tisch. Ob zweite Sundbrücke oder kreuzungsfreie Bahntrasse bis Lübeck", fordert Hartmut Specht.

 

Erschienen am 04.08.09 im FT