Schulpolitik
Meine Vorschläge zur Schulpolitik - Offener Brief zur Diskussion um das Abitur mit 12 oder 13 Jahren - Antwort auf die Leserbriefe von Herrn Klug (FT 30.06.09) und Herrn Ferner (FT 12.08.09)
Unser föderalistisches Bildungssystem zementiert offensichtlich ein ineffizientes Schulsystem und in Wahlkampfzeiten kommen immer neue Modelle hinzu. Wir nähern uns dem Niveau einer Bananenrepublik und werfen Milliarden Euro zum Fenster hinaus. Im Nordkreis sind das allerdings nur Millionen, die durch konzeptlose Investitionen verschwendet werden. Beispiele sind auf Fehmarn die aufwändige Sanierung der Grundschule (droht demnächst halb leer zu stehen) mit Sporthallenbau im Hafenschlick und ohne Grundschulkonzept für die ganze Insel sowie der fünfzügige Neubau der Inselschule ohne regionale Abstimmung mit Heiligenhafen (wird früher oder später gleichberechtigt eine Gemeinschaftsschule erhalten). Statt die vorhandenen Gebäudereserven zu nutzen werden Überkapazitäten in Kauf genommen. Die verschwendeten Haushaltsmittel fehlen an anderer Stelle z.B. bei der überfälligen Sanierung der Dörferverbindungsstraßen und den unumgänglichen Stauverhinderungsinvestitionen vor Burg.
Jetzt zu den Forderungen von Herrn Klug (FDP). Die Beschulungszeit zum Standardabitur ist bundes-und europaweit zu regeln und nicht in Schleswig -Holstein . Oder wollen Sie in jedem Bundesland unterschiedliche Schulzeiten? Also stellen Sie die Forderung nach Rückkehr zum Abitur mit 13 Jahren in Berlin! Herrn Ferner danke ich für seine Anregungen im Leserbrief vom 12.08..
Eines möchte ich aber klar stellen: Unsere Gemeinschaftsschulen mit dem Abitur nach 13 Jahren
profitieren vom Turboabitur an den Gymnasien. Zudem können unsere Kinder an den beruflichen Gymnasien ein wertvolles Profilabitur nach 13 Schuljahren ablegen. Würden die Gymnasien zur 13-jährigen Beschulung zurückkehren, fehlt den Gemeinschaftsschulen die Gruppe der gymnasialempfohlenen Schüler. Die Folgen werden ganz krass in Oldenburg sichtbar, wo Gymnasium und Gemeinschaftsschule an einem Standort konkurrieren. Ohne die zum Gymnasium abgewanderten Kinder degradiert die Gemeinschaftsschule zur Regionalschule.
Eigentlich habe ich nichts gegen Regionalschulen, aber sie sind eine Totgeburt. Sie werden von den Eltern nicht angenommen und die Schülerzahlen in ländlichen Regionen reichen für ein Nebeneinander von Regional-und Gemeinschaftsschulen nicht aus. Ich hoffe nur, dass die Gemeischaftsschulen über Profilklassen unsere praktisch begabten Kinder gleichberechtigt fördern (Werkräume sind wichtiger als Sprachlabore). Deshalb ist durch eine sofortige Änderung des Schulgesetzes eine Gleichbehandlung beider Schulformen im Hinblick auf Mindestschülerzahlen und Elternwillen sicher zu stellen. Für Heiligenhafen folgert daraus eine rückwirkende Genehmigung der beantragten Gemeinschaftsschule!
Liebe Mitbürger, sorgen Sie mit Ihrer Stimmabgabe zur Landtagswahl am 27.09. für eine Entrümpelung und bundesweiten Anpassung der Schulkonzepte. Mein Zweisäulenmodell mit Abitur nach 12 Jahren an Gymnasien und nach 13 Jahren an Gesamtschulen und beruflichen Schulen ist modern übersichtlich und flexibel. Warum kompliziert und aufwändig wenn es auch einfach geht! Nach 9 Jahren Kieler Konzeptwirrwar und fauler Kompromisse muss sich dringend etwas ändern. Im Ergebnis erreichen wir durch eine Beschränkung auf zwei Schulformen mehr Pädagogik für weniger Geld und das hat unser Land verdient.